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Montag, 8. Juni 2015

Vancouver Island - die letzten Wochen ..


Entschuldigt die Verspätung!

Meine letzten zwei Wochen in Kanada habe ich auf Vancouver Island verbracht. Unterwegs war ich mit Mario und die ersten Tage waren wir in Victoria. Wir haben uns die Stadt angeschaut und waren bei den verrücktesten Leuten Couchsurfen. Die erste Nacht schliefen wir bei einem Host, der in seinem Campervan wohnt, einfach irgendwo am Straßenrand und die zweite verbrachten wir bei einem Neuseeländer, der nur bunte Leggings trug. Victoria ist eine wunderschöne Stadt direkt am Meer, nicht zu groß, nicht zu klein und es ist super grün überall.


















Dann sind wir nach Cobble Hill gefahren. Dort haben wir Freunde von Mario besucht, die auf einer Organic Farm für Kost und Logie arbeiten. Es hat uns so gut gefallen, dass wir spontan eine ganze Woche da geblieben sind und uns in den Arbeitsalltag eingeklinkt haben. Wir halfen also beim Ernten, Verpacken und Pflanzen des zahreichen Gemüses und beim Versorgen der Hühner und Enten. Neben uns beiden waren noch zwei Familien, die Großeltern, Tom aus England und Andrea, Marcel und Mattis aus Deutschland auf dem Hof, also volles Haus, vor allem als noch zwei andere Mädels für zwei Nächte vorbei kamen.

Am Wochenende sind wir dann mit noch mehr Leuten essen gegangen und haben mit sechs Leuten eine Kajaktour gemacht. Das war echt klasse aber super anstrengend. Wir waren insgesamt 10 Stunden mit dem Kajak auf dem Meer unterwegs. Auf dem Weg konnten wir Seesterne, Seerobben, Seeigel, Seeadler, Waschbären, Quallen und noch viele andere kleine Tierchen bestaunen. Auf dem Rückweg mussten wir dann gegen die Flut anpaddeln und ziemlich starken Wellengang bezwingen. Dementsprechend schmerzten auch am Ende meine Arme, aber der Trip war super! Drei von uns landeten im Wasser und Mattis uns ich sind schwimmen gegangen, aber nur ungefähr eine Minute, weil das Wasser so kalt war.










Zwei Tage später sind Mario und ich in den Norden der Insel aufgebrochen. Dort gab es nicht super viel zu sehen, aber es war trotzdem interessant zu sehen, wie die Zivilisation immer weniger wurde und die Vegetation sich veränderte. Unterwegs gingen wir an den Strand und sprangen zum duschen in wunderschöne, aber eiskalte Seen. Außerdem fuhren wir mit der Fähre auf die kleine Insel Sointula, wo man umsonst mit Fahrrädern die Insel erkunden kann. Nach ein paar Tagen kehrten wir wieder zur Farm zurück, da noch Hände am Erntetag gebraucht wurden. Dann sind wir zusammen mit Marcel nach Tofino gefahren. Leider war es meist bewölkt, aber wir haben es uns trotzdem nicht nehmen lassen surfen zu gehen. Eigentlich wollte ich einen Kurs machen, aber Marcel hat sich als Surflehrer angeboten also leihten wir uns Surfbrett und Neoprenanzug und gingen zwei Tage hintereinander surfen. Bei mir hat es eher schlecht als recht geklappt, weil ich einfach zu ungelenkig bin (unser Surflehrer war sichtlich verzweifelt :D), aber ich hatte eine Menge Spaß und habe es immerhin geschafft ganze 2 Sekunden auf dem Brett zu stehen. Die Wellen waren auch ganz schön beeindruckend, wenn sie so auf einen zugerauscht kommen.





und noch ein Bär 











Nach ein paar Tagen in Tofino ging mein Trip endgültig dem Ende entgegen. Meine letzte Nacht verbrachte ich in Victoria bei einem Couchsurfing Host. Tagsüber machte ich eine Whalewatching Tour mit einem kleinen Zoodiac Boot. Wir fuhren ca. 3 Stunden auf dem Meer herum, sahen jedoch enttäuschenderweise keinen einzigen Wal, nur ein paar Seerobben. Trotzdem war die Fahrt ganz lustig, das Geld jedoch nicht ganz wert. Außerdem nahm mich mein Host Michel mit auf eine kleine Motorradtour auf seiner nagelneuen Harley.

















Und dann war schon der Tag meiner Abreise gekommen, aber ich hatte noch einen weiten Weg vor mir. Zuerst musste ich mit dem Bus ca. eineinhalb Stunden zur Fähre in Victoria fahren. Dort gab es ein Missverständnis mit zwei Koreanerinnen und ich bin an der falschen Stelle ausgestiegen und hätte fast meine Fähre nach Vancouver verpasst. Gott sei Dank ist aber alles gut gegangen und so konnte ich mit der Fähre von Victoria auf Vancouver Island nach Vancouver fahren und dann noch eine weitere Stunde mit dem Bus bis zum Flughafen. Dort verlief alles super reibungslos, aber auf dem Weg dorthin wechselten meine Gefühle quasi minütlich von großer Vorfreude zu Enttäuschung und Trauer Kanada schon so bald verlassen zu müssen.



Mittlerweile bin ich schon wieder über eine Woche zurück in Deutschland und habe mich super schnell eingelebt, Kanada ist plötzlich ganz weit weg. Es war klasse alle wieder zu sehen und ich hatte ein großes Begrüßungskomando zu Hause. Und ich hatte nicht einmal einen Jetlag :D 

Die Zeit in Kanada (und den Staaten) war absolut klasse, ich kann jedem nur empfehlen einen Auslandsaufenthalt zu machen, auch wenn es "nur" ins europäische Ausland geht :) Man lernt super viele Leute kennen und man vertraut den Menschen viel mehr, z.B. beim Couchsurfen. Außerdem kann man eine Zeit lang einfach mal machen was immer man möchte, vor allem wenn man mit dem Auto auf einem Roadtrip ist, ist man absolut frei und lebt einfach in den Tag hinein, ohne zu wissen wo man am nächsten Tag aufwachen wird.
Nach einiger Zeit ist es dann super mal länger an einem Ort zu bleiben um etwas zu arbeiten und die Lebensweise der unglaublich freundlichen und offenen Kanadier kennen zu lernen, bevor man wieder in die unvorstellbar weite Natur Nordamerikas aufbricht.
Ich kann gar nicht beschreiben was ich in meinen zehn Monaten in Kanada alles erlebt habe! Aber jetzt geht der Ernst des Lebens wieder los ;)

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